
- Wolf-Ingo Härtl
Vertauschte Skelette
Erst den Kopf verloren und dann auch noch falsch aufbewahrt. Der berühmt-berüchtigte Räuber Schinderhannes, der Deutschland um 1800 ganz schön in Aufruhr versetzte mit Raub und Mord, wird sich wohl im
Grab herumgedreht haben, wenn er denn in einem gelegen wäre. Sein Skelett wurde gemeinsam mit einem seiner Kumpane nach der Hinrichtung (1803) zum Lehrstuhl für Anatomie in Heidelberg gebracht (1805). Dort wurden leider die sogenannten Sammlungsnummern bei der Knochenmontage mit den Nummern der Knochen des Kumpanen vertauscht, sodass über 200 Jahre lang das Skelett des Schinderhannes falsch "etikettiert" war. Forscher haben den Irrtum nun mit heutigen Methoden erkannt und gleich korrigiert.
Der Schinderhannes sorgt also auch lange nach seinem Tod für Aufsehen, nicht nur in meinem Roman aus deutschen Landen, in dem er für die beiden Liebenden Lisbeth und Johann eine wichtige, schmerzliche und entscheidende Rolle spielt. Wenn dein Herz verraten wird, wie kannst du dir dann noch trauen? "Die Geliebte des Räubers" heißt der Roman und lässt das Deutschland des Jahres 1802 lebendig auferstehen. "Mit ganz viel atmosphärischem Gespür" wie viele Leser und Leserinnen rezensieren.